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Chronik 1874 - 1908

In den Jahren 1874 - 1903 wirkte in Ascheberg der Lehrer Bernhard Buck, der ein tüchtiger Kenner und Könner der edlen Musika war. Auf seine Anregung hin versammelten sich im November 1874 junge, sangesfrohe Männer im Schulzimmer der Knaben- Oberklasse zur Gründung eines Gesang- Vereins. Die Satzungen (Statuten) wurden ausgearbeitet und gelten im wesentlichen noch heute.

Der Verein, der bald nach seiner Gründung für kurze Zeit im Gasthof Dieninghoff tagte, siedelte bald darauf (1877) zur Ww. Wiggermann, jetzt Gasthof Bultmann, über und hat hier sein Übungslokal bis heute beibehalten. Im Jahre 1882 trat der Lehrer B. Buck vom Dirigentenamt zurück. Der Verein fand einen Nachfolger in dem Musiker Theodor Reher, Drensteinfurt- Rieth.

Als Theodor Reher im Jahre 1897 den Dirigentenstab niederlegte, trat für den Verein eine Zeit der Ruhe ein. Seine Tätigkeit erstreckte sich nur noch auf das Singen am Grabe eines Bürgerschützen.

Das änderte sich nun im Jahre 1905. Eine neue Generation war herangewachsen, die ebenfalls das Bedürfnis zum Singen in sich fühlte. »Frohsinn und Gesang«, unter diesem alten Motto wurde der Verein »Cäcilia« im Jahre 1905, am Sonntag nach der bekannten Ascheberger Kirmes, unter dem Chorleiter, Hauptschullehrer Anton Otte erneuert.

Besondere Verdienste um die Erneuerung hat sich erworben Herr Peter Jansen, der von 1905 bis 1909 Vorsitzender war und dem der Verein zu großem Dank verpflichtet ist, ferner die Herren Heinrich Stenkamp sen. und Fritz Lüningmeyer. Die alten Mitglieder überließen den jungen ihr Inventar und traten dem Verein als unterstützende (passive) Mitglieder bei. Bernhard Mühlenbeck als einziger wurde aktives Mitglied und war später langjähriger Vorsitzender. Der Verein ernannte ihn wegen seiner Verdienste zum Ehrenmitglied.

Anfang des Jahre 1908 erließ der damalige Oberpräsident, Staatsminister Freiherr von der Recke, einen Aufruf an die Männer- Gesangvereine der Provinz zur Gründung eines Westfälischen Sängerbundes, der sich als Glied dem Deutschen Sängerbund anschließen sollte. Freudig gab der Verein seine Zusage, und die beiden Vertreter, der damalige Vorsitzende Jansen nebst dem Dirigenten, nahmen am 5. Juli 1908 an der Gründungsversammlung im Festsaal des Kölnischen Hofes zu Dortmund teil.

 


Die Mitglieder im Jahre 1883


Chronik 1908 - 1948

Somit war der MGV Cäcilia Ascheberg der erste und einzige Gesangverein des Kreises Lüdinghausen, der sich von Beginn an dem Westfälischen Sängerbund angeschlossen hat. In einer Stärke von 23 Mitgliedern beteiligte sich der Verein am 1. Bundesfest, das am 03. und 04. Juli 1910 in Dortmund stattfand.

 

Gleich zu Beginn des ersten Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit, da fast alle Mitglieder zum Heeresdienst eingezogen wurden. Aber schon bald nach Kriegsschluss 1919 nahm der Verein seine Tätigkeit wieder auf. Trotz schwerer Zeit nahm der Verein an mehreren Gesangfesten teil und traf selbst die Vorbereitung für sein 50jähriges Jubelfest, das am 29. und 30. Juni 1924, verbunden mit dem 4. Kreissängerfest und der Weihe der neuen Vereinsfahne, gefeiert wurde.

 

Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten brachte auch für den Deutschen Sängerbund eine grundlegende Umgestaltung. Jeder Chor musste jetzt der Reichskulturkammer angeschlossen sein und erhielt dann auf Grund eines Ausweises die Erlaubnis, öffentlich aufzutreten. Das Liederbuch des DSB wurde unter Streichung einer Reihe von Liedern neu herausgebracht. Preis und Wettsingen wurden  verboten. Auch die Bildung des Vorstandes erfolgte jetzt nach dem Führerprinzip. Ein Zeichen für den guten Geist im Verein war es, dass der bisherige alte bewährte Vorsitzende Hugo Merten immer wieder ein-stimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Dieser ernannte dann Ludwig Jürgens zu seinem Stellvertreter, Franz Heinen zu Beisitzer, Math. Bultmann zum Schriftführer und Kassierer und Karl Drees zum Notenwart. 

 

Bei der Generalversammlung am 15.01.1941 fehlten bereits 10 Sänger, die zur Wehrmacht eingezogen waren. So wurde dann infolge weiterer Einberufungen der Sängerkreis immer mehr gelichtet, bis dann 1942 die Tätigkeit des Vereins ganz zum Erliegen kam.

 

In Anbetracht der immer schlechter werdenden Wirtschaftslage wurde der Gesangabend vom 14.03.1931 ab nun noch alle 14 Tage abgehalten und in der Generalversammlung am 05.01.1932 ermäßigte man den Monatsbeitrag von RM 1,- auf RM 0,50.

 

Auf Initiative des Sangesbruders Wilhelm Mühlenbeck versammelten sich am 25.11.1945 einige Sänger beim Vereinswirt und bereiteten die erste Nachkriegsversammlung, die am 16.01.1946 stattfand, vor.

 


Der Chor beim 50-jährigen Jubelfest 1924